Dieser Guide wurde uns zur Verfügung gestellt von Joel Zick. Joel spielt einen Troll-Magier namens “Knak” auf dem Server EU-Nefarian. Vielen Dank!

Beim ersten Anblick Leotheras” fällt Kennern von “Warcraft III” sofort die Ähnlichkeit zu Illidan Sturmgrimm auf. Und tatsächlich greift auch Leotheres, der Blinde, auf dämonische Kräfte zurück, wie es Illidan seinerzeit tat. Für den Raid bedeutet dies einen Kampf in zwei sich wiederholenden und einer finalen Phase: in der ersten Phase kämpft Leotheres als Blutelf mit seinen zwei Doppelklingen. Während dieser Zeit wirbelt er in regelmäßigen Abständen durch den Raid und verursacht schweren Schaden. In der zweiten Phase verwandelt er sich in einen Dämonen und setzt einen explodierenden Zauberangriff ein. Hier kommt ein Hexenmeister in den ungewöhnlichen Genuss, den Bossgegner tanken zu müssen. Fällt Leotheras unter 15% seiner Lebenspunkte, muss der Raid beide Feinde, den Elfen und den Dämonen, gleichzeitig bekämpfen.

Daten – Leotheras der Blinde

  • Lebenspunkte: 3.200.000
  • Phasen: 3
  • Zeitbegrenzung: Ja (10 Minuten)


Abbildung 1: Ein erster Ausblick auf Leotheras, den Blinden

Vorbereitung und Aufstellung

Teamzusammenstellung

  • Ein Tank
  • Ein Hexenmeister, der Seelenverbindung (Dämonologie-Baum) geskillt hat (ein zweiter Hexenmeister könnte eventuell nötig werden, wenn der erste fällt)
  • Im Notfall (und nur dann!) kann ein Jäger versuchen, die Aufgabe des Hexenmeisters zu übernehmen, sollte dieser im Kampf zu Boden gehen
  • Ein Paladin, dessen Aura den Hexer unterstützen soll (alternativ geht auch ein Schamane)
  • Weitere 6-7 Heiler, wobei es empfehlenswert ist, eine Ausrüstung anzulegen, die nicht 100% auf Heilung abzielt, sondern auch noch etwas Schadenspotenzial bietet
  • Der Rest des Raids besteht aus Schadensklassen

Vorbereitung

In der Begegnung zwischen dem Raid und Leotheras hängt viel vom Durchhaltevermögen des Hexers ab. Daher sollte dieser über so viele Lebenspunkte wie nur möglich verfügen. Er wird hauptsächlich Feuerschaden einstecken müssen und muss daher eine Ausrüstung mit Feuerwiderstand anlegen. 300 Resistenz sollten das Ziel sein, inklusive der Unterstützung eines Paladins oder Schamanen mit Feuerresistenzaura oder –totem. Schließlich sollte, wie bereits erwähnt, das Talent „Seelenverbindung“ aus dem Dämonologie-Baum geskillt sein.

Sollte der Fall eintreten, dass der Hexer stirbt, kann der Kampf doch noch gewonnen werden, sollte der Hexenmeister rechtzeitig ersetzt werden können. Dies geschieht entweder durch einen zweiten Hexenmeister, der ebenfalls den oben genannten Anforderungen entspricht oder aber durch einen Jäger, der aber ebenfalls einiges an Feuerresistenz mitbringen sollte. Eine Tierherrschaftsskillung hat sich für diesen Notfall als praktisch herausgestellt. Dennoch sollte versucht werden, den eigentlich tankenden Hexenmeister mit Hilfe eines Druiden so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu bringen.

Die Heiler sind im Allgemeinen nicht allzu stark belastet wie es bei anderen Bosskämpfen der Fall ist – zumindest, wenn alle Raidmitglieder ausreichenden Abstand zu Leotheras halten, wenn dieser durch den Raum wirbelt. Für die Dämonenphase ist es jedoch sehr wichtig, dass die Heiler einen ihnen zugeteilten Gegner (dazu später mehr) so schnell wie möglich besiegen können. Von daher ist für jeden Heiler auch einiges an Extraschaden Pflicht!

Ansonsten gelten die üblichen Vorbereitungen wie für quasi alle Schlachtzugsbosse: klassenspezifische Fläschchen (alternativ ein Offensiv- und ein Defensivelixier), Bufffood, Buffs. Der Hexer sollte darauf achten, den aggroreduzierenden Buff des Paladins zu entfernen, sollte er diesen erhalten.

Aufstellung

Heiler und Fernkämpfer verteilen sich in den äußeren Bereichen des Raumes, nahe an den Wänden. So wird das Risiko gemindert, dass sie dem Wirbelangriff in der humanoiden Phase zum Opfer fallen. Im Idealfall hält der Tank Leotheras in der Raummitte, die Nahkämpfer befinden sich hinter dem Boss, die Heiler und Fernkämpfer auf maximaler Distanz. Sollte die Zeit für seinen Wirbel gekommen sein, gehen alle Mitglieder des Raids, mit Ausnahme des Tanks, so weit wie möglich von Leotheras weg, um der Attacke zu entgehen. Anschließend geht es zurück in die ursprünglichen Positionen. Beginnt die Dämonenphase, muss der Hexer die Aggro übernehmen. Um ihn herum wird mächtiger Flächenschaden entstehen, so dass jedes Raidmitglied erheblichen Abstand wahren sollte. Nahkampfklassen können weiterhin hinter Leotheras ihren Schaden verursachen.


Abbildung 2: Aufteilung des Raids im Raum

Boss-Fähigkeiten

Humanoide Phase

Wirbelwind

Leotheras wirbelt im Raum herum und reagiert in diesem Zustand empfindlich auf aggro-erzeugende Effekte. Auf diese Art und Weise kann ein wenig seine Richtung beeinflusst werden, im Allgemeinen ist diese jedoch sehr zufällig und damit sehr gefährlich. Alle Spieler sollten versuchen, ihren Abstand möglichst groß zu halten. Sollte ein Charakter dem Boss zu nahe kommen, wird dieser sofort 3000 Schadenspunkte erleiden und zusätzlich einen DoT-Effekt („Damage over Time“) erhalten, welcher im Verlauf weitere 2500 Schadenspunkte alle 3 Sekunden erzeugt. Gottesschilder, Unverwundbarkeitstränke, Eisblöcke und Segen des Schutzes können diesen Effekt entfernen, ansonsten muss er ausgeheilt werden, was das Mana der Heiler sehr belasten wird. Hier ist also jeder Spieler gefordert, seinen Abstand einzuhalten.

Dämonen-Phase

Chaosschuss

Verursacht Feuerschaden am Ziel sowie an jedem weiteren im Umkreis von 10 Metern. Idealerweise steht der Hexer so, dass letzteres nicht eintritt. Jeder getroffene Charakter, inklusive des Hexertanks, erhält einen Debuff, der den erlittenen Feuerschaden um 1675 Punkte erhöht. Zusätzlich steigert sich dieser Debuff mit jedem Treffer und ist unbegrenzt stapelbar.

Innerer Dämon

Einmal pro Dämonenphase beschwört Leotheras einige innere Dämonen, einen auf jeweils einen Charakter. Jeder Spieler außer den beiden Tanks kann davon betroffen sein, auch die Heiler. Das Ziel ist es nun, diesen inneren Dämonen innerhalb von 25 Sekunden zu vernichten – alle, denen dies nicht gelingt, werden von Leotheras übernommen und anschließend mit ziemlicher Sicherheit vom Raid getötet werden müssen. Dies erklärt nun auch, warum die Heiler auf zusätzlichen Schaden in ihrer Ausrüstung achten sollten. Spart Euch am besten alle Fähigkeiten mit Abklingzeit für diesen persönlichen Zweikampf auf: keiner aus dem Raid kann Euch aktiv helfen, indem er Schaden auf den Dämonen macht, jeder Besessene muss es allein schaffen. Der innere Dämon besitzt genau so viele Lebenspunkte wie der Charakter, den er attackiert. Er teilt zwar nicht viel Schaden aus, aber dafür oft, was viele Klassen am Zaubern hindert. Fähigkeiten ohne Zauberzeit sind daher sehr willkommen.

Der Kampf

Die Beschwörer

Die drei Beschwörer, die Leotheras im Bann halten, sollten keinerlei Herausforderung für einen Raid darstellen, der es bereits bis zu diesem Boss gebracht hat. Es werden alle drei getankt, je nach Zusammenstellung beispielsweise vom Maintank und zwei Offtanks. Die Feinde werden nacheinander in die Raummitte, also die Stufen hinunter, gezogen und dort vernichtet. Sie werden ab und an Zauber einsetzen, die drei Raidmitglieder für etwas Schaden treffen werden, was aber ebenfalls kein Problem sein wird. Sobald der dritte Beschwörer fällt, sollte ein Jäger mit Irreführung die Aggro des nun freien Leotheras auf den Tank ziehen. Phase Eins beginnt…

Phase Eins

Leotheras wird in der Raummitte getankt, Heiler und Fernkämpfer befindet sich möglichst weit außen an den Raumwänden, die Nahkämpfer stehen hinter Leotheras. Nach kurzer Antankphase sollte das Schadensausteilen beginnen, denn viel Zeit hat man hierfür nicht bei Leotheras. Etwa 45 Sekunden verbleibt er in seiner menschlichen Gestalt und zwei Mal wird er während dieser Phase seine Wirbelattacke einsetzen. Die meisten bekannten Addons zur Raidunterstützung (u.a. Deadly Boss Mods) zeigen an, wie viel Zeit noch bis zur nächsten Attacke vergeht. Sobald diese beginnt, unterbrechen alle Klassen ihre Aktionen und versuchen, möglichst viel Platz zwischen sich und Leotheras zu bringen. Im Idealfall wird kein Spieler getroffen, wenn der Wirbel endet. Der Tank muss so oder so nach dem Ende des Wirbels so schnell wie möglich wieder die Aggro des Bosses an sich reißen, damit der Schaden bald wieder starten kann. Wenige Sekunden später beginnt bereits der zweite Wirbelwind. Es gelten die gleichen Regeln wie beim ersten, nur dass Leotheras direkt aus dem Wirbelwind in die Phase Zwei überwechseln wird.


Abbildung 3: Der Wirbelwind aus Phase 1

Phase Zwei

In dieser Phase kämpft Leotheras als Dämon und muss von einem Hexenmeister getankt werden. Diese Phase ist mit knapp 50 Sekunden ein klein wenig länger als die erste. Als Dämon wird sich Leotheras nicht von der Stelle bewegen und die Nahkämpfer sollten sich schnellstmöglich an seinen Rücken positionieren und Schaden austeilen. Die Fernkämpfer und Heiler halten mindestens 10 Meter Abstand vom Hexertank und tun dort ebenfalls ihren Job. Richtig positioniert sollte am Anfang kein Charakter aus dem Hexer Heilung benötigen. Nach gut 10 Sekunden schickt Leotheras seine Inneren Dämonen aus. Jeder Spieler mit so einem Dämonen ist nun angehalten, diesen in so kurzer Zeit wie möglich niederzustrecken. Sollte dies nicht innerhalb von 30 Sekunden gelingen, wird der unterlegene Charakter für 10 Minuten von Leotheras übernommen. In den meisten Fällen heißt das für diesen Spieler, dass er anschließend von seinen eigenen Raidkollegen niedergestreckt wird. Da gerade Heiler ihre Schwierigkeiten haben werden, die Inneren Dämonen zu töten, kann in dieser Phase ein Versuch an Leotheras schnell erfolglos enden. Egal, wie viele Spieler er übernehmen konnte, wird Leotheras kurz nach dem Verschwinden der Inneren Dämonen wieder zurück in seine menschliche Gestalt gehen, womit Phase Eins wieder beginnt. Gegen Ende der zweiten Phase sollte der Hexenmeister seine schaden- und damit aggroproduzierenden Sprüche langsam runterfahren, damit der eigentliche Tank wieder rechtzeitig Aggro bekommt.


Abbildung 4: Der Dämon aus Phase 2 inklusive Tank-Hexer im Hintergrund


Abbildung 5: Zwei Innere Dämonen attackieren die Heiler

Phase Drei

Die dritte Phase beginnt, sobald Leotheras unter 15% Lebensenergie fällt. Ab sofort kämpft der Raid gegen beide Versionen von Leotheras, also sowohl gegen den Nachtelfen als auch gegen den Dämonen. Letzterer lässt nun wenigstens seine Inneren Dämonen aus dem Spiel. Die Taktiken bleiben relativ unverändert, der Maintank kümmert sich um den Nachtelfen, der Hexer um den Dämonen. Auf Grund des verheerenden Wirbelwindes sollte zunächst der humanoide Boss getötet werden, auf dem Dämonen bleiben nur der Hexer und seine Heiler. Der Kampf endet, sobald eine der beiden Feinde besiegt ist, im „leichteren“ Fall also der Elf.

Spezielle Anforderungen an die Klassen

Tank

Der Maintank hält Leotheras in Phase Eins unter Kontrolle, möglichst in Raummitte. Nach einem Wirbelwind muss Leotheras schnell wieder eingefangen und zurückgezogen werden, beim Wechsel zwischen Phase Zwei und Eins muss möglichst schnell wieder Aggro aufgebaut werden (Wut aufsparen). Weitere Tanks werden nicht benötigt, alle Off-Krieger und eventuell noch vorhandene Deff-Krieger (z.B. beim Tanken der Beschwörer) stellen sich während beider Phasen hinter Leotheras und verursachen Schaden. Kurz vor Beginn des Wirbelwinds heißt es: auf Distanz gehen!

Heiler

Heiler sollten, wie bereits erwähnt, bereits vor dem Kampf sich ein wenig von der Rolle des reinen Heilers distanzieren und ein wenig Schadensausrüstung bereit halten – dies wird das Töten eventueller Innerer Dämonen erheblich erleichtern. Ansonsten werden je nach Phase entweder der Maintank oder der Hexertank geheilt. Idealerweise nehmen die restlichen Raidmitglieder keinen Schaden, dennoch sollte hier ständig ein Auge auf den Lebenspunkte des Raids bleiben, gerade während des Wirbelangriffes. Sollte der DoT des Wirbelangriffs bei einem der Spieler auftreten, wird dieser für einige Sekunden erhebliche Heilung benötigen. Normalerweise konzentrieren sich Heiler auf Charaktere, die auf ihrer Seite des Kampfplatzes stehen (also quasi im eigenen „Camp“), damit sie zum Einen nicht durch den Raum hetzen müssen und zum anderen nicht selbst Opfer von Leotheras” Klingen werden können.

Nahkämpfer

Nahkämpfer stehen so gut wie die komplette Zeit hinter Leotheras und teilen ihren Schaden aus. Kurz vor dem Wirbelwind in Phase Eins gehen die Nahkämpfer auf Distanz und lassen nach jedem Ende des Wirbelwindes und am Ende jeder Phase ein wenig Zeit, damit der Tank oder der Hexer ausreichend Aggro aufbauen kann – dies sollte normalerweise bereits nach wenigen Sekunden der Fall sein. Nahkämpfer sollten das geringste Problem mit den Inneren Dämonen haben.

Fernkämpfer

Für Fernkämpfer gilt quasi das gleiche wie für die Nahkämpfer auch, nur dass sie natürlich nicht hinter Leotheras stehen müssen, sondern von überall angreifen können. Dennoch sollte man kurz vor Beginn des Wirbelwindes einige Schritte zurück gehen, da der Bereich der Attacke extrem groß werden kann. In Phase Zwei ist auf ausreichend Abstand zum Hexertank zu achten (mehr als 10 Meter!).

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