In diesem Grundlagen Guide zu Hearthstone von Wuaschtsemme zeigt euch der Top 30 EU-Spieler, wie ihr eure Karten spielen solltet. Dabei geht es diesmal weniger darum, welche Karten eingesetzt werden, als um die Art, wie ihr sie ausspielen solltet. Denn obwohl das direkte Gegenüber in Hearthstone fehlt, könnt ihr mit euren Mausbewegungen doch mehr verraten, als euch vielleicht lieb ist. Und natürlich könnt ihr auch am Verhalten eurer Gegner einiges über ihr Spiel erfahren. Außer, sie haben diesen Guide auch gelesen 😉

Karten richtig spielen

Hearthstone fühlt sich in vielen Bereichen eher nach Poker als nach einem TCG an. Aber über Tüftlermeister Oberfunks und Co habe ich mich bereits beschwert, lasst uns lieber über die spannenden Bereiche von Poker reden. Das Meiste dieses Spiels findet im Kopf der Spieler statt. Mit den Informationen die man zu glauben hat und die man dem Gegner glauben macht. Nun sitzt man bei einem PC-Spiel entsprechend weit vom anderen Spieler entfernt, was Gestik und Mimik unwichtig macht.

Dennoch oder gerade deswegen übersetzt Blizzard die Bewegungen unserer Mausprothese für den anderen – zu Teilen. Dazu gesellen sich Unterschiede in der Geschwindigkeit, in der wir spielen und ob sich diese ändert. Viele Partien lassen sich über Mindgames gewinnen, diese richtig zu führen, will gelernt sein. Deswegen bietet sich eine Schritt für Schritt Anleitung an, um euch zu zeigen, wie ihr am besten mit eurem Gegner umgeht.

Nichts anzielen

Der fatalste Fehler ist es, Minions oder Helden auf egal welcher Seite anzuzielen. Überlegt man sich, ob das gegnerische Minion den eigenen Sheep wert ist, muss man nicht darauf zielen. Der Gegner wird dabei diesen verräterischen roten Pfeil sehen. Dass dieser auf sein stärkstes Minion gezeigt hat, verrät ihm, dass in eurer Hand Removal wartet. Dieses Wissen wird zu anderen, besseren Spielzügen von ihm führen.

Das Gleiche gilt für Heilung, die angezielt werden muss. Nichts ist offensichtlicher als ein Pfeil auf den eigenen Helden. Diverse Seher des Irdenen Rings verlieren so regelmäßig deren Überraschungsfaktor.
Dieses Anzielen bringt euch keinen Vorteil.

Keinen AoE anwählen

Folgende Situation: 5 Mana; euer Board hat 3 Minions. Der gegnerische Schamane beschwört ein Nicht-Spellpower Totem und überlegt eine Karte zu spielen, entschließt sich aber dagegen. Natürlich hat er sich gegen Lightning Storm entschieden, natürlich hat er ihn nicht gespielt, um nächste Runde genug Mana für Fire Elemental zu haben.

Das verrät euch 2 wichtige Karten aus seiner Hand, welche ihr nun bestmöglich umspielen könnt. Ähnliche Situationen ergeben sich für alle AoE Timings. Paladin mit 4 Mana, Priest mit 5, Warlock mit 4, Mage mit 7. Hat man also ein Board aufgebaut, welches der Gegner AoE´n kann, aber nur ungern tut, sieht man ihn oft über AoE brüten. Das ist genau der Fehler den es zu vermeiden gilt. Lasst euch diese Option nicht anmerken und spielt zuversichtlich.

Nicht über Handkarten zielen

Das “Hovern” über die eigenen Karten ist je nach Frequenz sehr verräterisch. Abhängig vom Spielertyp kann man die Karten zählen, über welchen der Gegner stehen bleibt. Damit lassen sich seine Optionen auf deren Anzahl eingrenzen. Bleibt er regelmäßig über 3 unterschiedlichen Karten stehen, hat er 3 vernünftige Optionen gegen euch.

Vergleicht man das mit der eigenen Hand, lässt sich erschließen, wo man in dem Match steht. Daraufhin kann man sich entscheiden, ob man sicher, oder offensiv spielt. Natürlich sind diese Informationen diffus und matchup-abhängig, aber es ist unnötig sie dem Gegner zu liefern.

Züge ähnlich lang gestalten

Oft genug gibt es Züge die komplett klar sind. Dementsprechend kann man sie schnell herunterspielen. Wann immer man mehr unter Druck gerät, oder zwei unterschiedliche Möglichkeiten hat eine Situation zu lösen, kommt man ins Nachdenken. Das ist richtig so, aber unterbricht das bisherige Vorgehen. Der Gegner kann also daraus schließen, dass man vor einer schweren Entscheidung steht. Dementsprechend liegt es nahe für ihn erneut ein ähnliches Board zu etablieren – in der Hoffnung dass es diesmal zu viel ist.

Stattdessen sollte man sich auch für komplett klare Züge Zeit lassen. Diese kann man nutzen um über die nächsten, möglichen Plays nachzudenken. Sobald man sich entschlossen hat wie man vorgeht, gilt es zügig (nicht hektisch) und entschlossen zu spielen. So gibt man dem Gegner nicht Preis, wann man tatsächlich unter Druck steht.

Karten antäuschen

Jeden der ersten 4 Schritte kann man zu seinem eigenen Vorteil nutzen: Hat man kein Sheep auf der Hand, dafür aber einen Seher des Irdenen Rings , warum nicht den gegnerischen Eiswindyeti anzielen? Fällt der Gegner darauf rein, wird er einen etwaigen Cairne Bluthuf zurückhalten. Anstatt eines AoE´s kann man jede Karte nutzen.

Sieht man den gegnerischen Mage bei Zug 7 über einer Karte brüten, wird man nie wieder das eigene Board füllen. Ändert man den eigenen Spielfluss, gibt man Probleme vor, die nie existiert haben. Ein übertrieben aggressives Vorgehen des Gegners kann einem so das Spiel gewinnen.

Eigenes Verhalten ändern

Spätestens wenn der Gegner realisiert hat, was man tut, muss man sein Verhalten ändern. Besonders wenn man öfter den selben Spieler in Turnieren getroffen hat, kennt man seine Kartensprache. Geht dieser davon aus, dass man nur faked, warum nicht einen Schritt vorraus sein? Dann kann es sich lohnen mit dem Removal semi-starke Minions anzuzielen. Kommt danach Ysera, weil er sich des Fakes sicher war, ist hat man den Kampf hinter den Kulissen gewonnen.

Natürlich achtet nicht jeder Spieler auf dieses Verhalten. Vor allem in der Ladder muss man auf den Kaffee aufpassen und Fußnägel stutzen. Wer aber Interesse an Turnieren und möglichst kompetitiven Verhalten hat, sollte versuchen an den einen Fakes zu arbeiten. Hearthstone ist vielschichtig – doch aufgrund welcher Ebene man gewinnt, ist egal.

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