Hier stellen wir euch das Priester Deck “Midrange Priest” im Detail vor. Unser Wuaschtsemme, einer der erfahrensten deutschen Hearthstone Spieler, zeigt euch, wie ihr das Midrange Priest-Deck richtig spielt. Er erklärt, welche Karten wichtig sind und welche ihr zum Start bei den einzelnen Gegnern bevorzugen solltet.

Gamona´s Hearthstone Kompetenz Team heute mit einer Klasse, die Blizzard einfach nicht lieb hat: Der Priester. Nach Nerfs an der einzig erwähnenswerten Karte, Gedankenkontrolle, schlug man Anduin ein blaues Auge nachdem er bereits am Boden lag. Dennoch gibt es viele Liebhaber, die ihn regelmäßig in den Legendenrang führen. Managrind´s DuckWingFACE und US-Ranking-Dominator Era beweisen immer wieder, wie man auch mit schwachen Klassen eine gute Figur machen kann. Nachdem nun Timbolt das letzte MLG Constructed Turnier mit einem Giant Priest Deck gewann, ist es die richtige Zeit ein Priestdeck vorzustellen.

Auch wenn es noch einiger Arbeit bedarf, sie in die Topdecks mit aufzunehmen, so ist der Spielstil eines Priests sehr spassig. Die Klasse verlässt sich auf viele Gimmicks. Gute Decks zeichnen sich dadurch aus, die besten zu wählen. Gute Spieler dadurch sie möglichst effizient einzusetzen.

Deckliste:
Kreis der Heilung x2
Machtwort: Schild x2
Schattenwort: Tod x2
Gedankenraub x2
Heilige Nova x2
Heiliges Feuer x2
Gedankenkontrolle x1
Heilige Pein x1
Klerikerin von Nordhain x2
Sonnenzornbeschützerin x2
Wilder Pyromant x2
Verletzter Klingenmeister x2
Auchenaiseelenpriesterin x2
Verteidiger von Argus x2
Azurblauer Drache x2
Kabaleschattenpriesterin x2

Ziel des Decks

Wie auch andere Midrange Decks, wartet man bis dem Gegner die Karten ausgehen, oder baut ein Board auf, welches für ihn nicht mehr zu kontrollieren ist. Zu der leichteren Variante zuerst; dem Gegner gehen die Karten aus. An sich ist es gegen Midrange Decks eigentlich unmöglich einen derartigen Vorteil zu erarbeiten. Alle im Constructed verwendeten Decks setzen auf super-effiziente Karten, welche sie lange im Spiel halten. Sollte ein Druid aber nicht in seine Ancient of Lores ziehen, kann man ihn leicht ausbluten lassen. Besonders in ausgeglichenen Spielen lässt sich also ab einer gewissen Managrenze austesten, ob der Gegner noch Karten nachziehen kann. Endet er vor einem selbst im Topdeck-Modus, ist das Spiel schnell gewonnen.
Die zweite Methode ein Spiel für sich zu entscheiden, ist das Board zu dominieren. Dabei geht es vor allem um Tempo-Spielchen. Man versucht dabei das Feld über mehrere Runden manaeffizient zu reinigen und füllen. Dabei wird der Value Gedanke zurückgestellt. Ziel ist es nicht mehr, möglichst viel Nutzen aus einer Karte zu ziehen. Stattdessen möchte man das eigene Board aufbauen, möglichst sicher vor gegnerischen Antworten. Dieser aggressive Spielaufbau führt Midrange für gewöhnlich zum Erfolg – auch wenn Trump anderer Meinung ist.
Spielerisch versucht man priesttypisch maximale Effizienz aus den einzelnen Kombos und der Heldenkraft zu schlagen. Da ich auf die Kombos noch genauer eingehen werde, einfach weiterlesen!

Mulligan

Dieses Deck kann fast alles und nichts halten. Selbst die besten Priestspieler unterscheiden sich in der Wahl ihrer Starthand. Die folgende Auswahl an Karten sind meine Vorgehensweise:

Gedankenraub: Gegen Warrior Control halten
Heilige Pein: Gegen Aggro-Klassen halten
Kreis der Heilung: Nur mit Auchenaiseelenpriesterin oder Verletzter Klingenmeister halten
Machtwort: Schild: Immer halten
Klerikerin von Nordhain: Gegen Aggro halten
Sonnenzornbeschützerin: Immer halten
Wilder Pyromant: Gegen Aggro halten, gegen Control nur, wenn man keinen anderen 2-Drop hat

Combos

Kreis der Heilung

…mit Verletzter Klingenmeister: Beschert ein 4/7 Minion für 3 Mana und 2 Karten. Anders als ein Twilight Drake kann dieser nicht gesilenced werden. Antworten außerhalb von Hex gibt es also kaum. Dieser Spielzug erinnert vom Tempovorteil her, stark an Innervate-Yeti, kann aber durch die Priest-Heldenkraft auch kartenmäßig gut ausgehen. Gegen Aggro ist der Spielzug gewagt, da man dem Board lange Zeit hinterherlaufen wird – auch ein großes Minion tradet nur einmal pro Zug.

…mit Auchenaiseelenpriesterin: Das gesamte Board mit 4 Schaden zu clearen, bedeutet, dass in Runde 4 fast alles stirbt. Ausnahmen sind Divine Shield Diener und welche mit 5 HP. Da das auch auf Auchenaiseelenpriesterin zutrifft, wird sie nächste Runde in Ping-Reichweite sein und von diversen Heldenkräften zerstört werden können. Dieser Spielzug ist also eine Methode, um das Board zu resetten. Sollte man auf ihn hinarbeiten, gilt es davor möglichst keine 2 Drops zu spielen, oder zu warten, bis diese ihren Zweck erfüllt haben. In späteren Runden kann man Auchenai + Kreis der Heilung nutzen, um das gegnerische Board billig zu räumen und danach selbst die Kontrolle übernehmen. Da auch hier 2 Karten eingesetzt werden, muss man darauf achten, viele gegnerische Kreaturen mitzunehmen.

…mit Klerikerin von Nordhain: Vor allem wenn man sich im Kampf um Handkarten befindet, weil das Board ähnlich gestaltet ist, kann eine Kreis der Heilung + Klerikerin von Nordhain Combo den entscheidenden Vorteil bringen. Hier geht es darum möglicht viele eigene Diener als Folge eines Boardclears zu verletzen. Kreis der Heilung zieht daraufhin eine Karte für jeden verletzten Diener auf dem Feld – heilt dafür aber auch gegnerische. Eine Heilige Nova würde diese meist finishen, aber nur für eigene Diener Karten ziehen. Besonders in Verbindung mit einem Wilder Pyromant, kann man so die gesamte Hand nachziehen.

Wilder Pyromant:
Dieser ist in seinem Nutzen deutlich beschränkter, setzt man die Interaktion mit Klerikerin von Nordhain + Heilige Nova/Kreis der Heilung voraus. Er eignet sich hauptsächlich um Aggro früh zu stoppen, da ein Machtwort: Schild seinen eigenen Schaden negiert und das Board schwächt. Sollte man in der glücklichen Lage sein, PW:S, Wilder Pyromant und die Coin zu haben, kann man z.B. einem Murloc Deck sehr früh den Wind aus den Segeln nehmen.

Klerikerin von Nordhain:
Da alle ihre Interaktionen bereits im Zuge der anderen Kombos angesprochen wurden, möchte ich sie nur noch einmal aufzählen:

Verletzter Klingenmeister
-Cicle of Healing
Heilige Nova
Wilder Pyromant

Die Bedeutung von Kabaleschattenpriesterin

Kabaleschattenpriesterin ist der einzige Grund, warum der Priest in der letzten Zeit für etwas Aufsehen gesorgt hat. Wer meine Liebe zu Stampeding Kodos kennt, kann diesen Hype nachvollziehen. Kabaleschattenpriesterin ist wie ein Kodo auf Crack. Für nur ein Mana mehr, erhält man einen zusätzlichen Angriffspunkt, die Möglichkeit sein Ziel zu wählen, zerstört Harvest Golems komplett und bekommt die Kontrolle über das Minion. Sollte der Gegner auf 6 Mana einen guten <=2 Angriffs-Diener auf dem Feld haben, mutiert der Kabaleschattenpriesterin zu einem besseren Fire Elemental. Dass es sowas je geben würde, war schwer vorzustellen. Wie aber bereits beim Kodo erläutert, gibt es so viele neue Ziele unter/mit 2 Angriff, als dass Kabaleschattenpriesterin zu der Win-Condition des Priests wurde.

Dabei sorgt sie für Tempo- und Kartenvorteil. Befindet man sich also auch nur annähernd in einem Ressourcen-Krieg um das Board, oder die Hand, dreht Kabaleschattenpriesterin das Spiel zu den eigenen Gunsten. Leider lässt sich diese Karte leicht umspielen. Da man das Priest-Matchup nicht gewohnt ist, passiert es glücklicherweise weniger, als das möglich wäre. Wie Vieles in dem Deck ist also auch diese Kreatur ein Überraschungseffekt, ein Gimmick.

Matchups

Face-Aggro: Findet man nicht schnell Taunt, oder kann einen 4/7 Blademaster als Gegenagressor rausholen, enden die Spiele schnell. All der AoE hilft wenig, wenn das gegnerische Deck auf Charge basiert. Kann man sich im Spiel halten, gilt es das richtige Timing abzuwarten, Verteidiger von Argus/Sonnenzornbeschützerin zwischen den 2 größtmöglichen Minions abzulegen. Sämtliche Value-Gedanken sollten zurückgeschraubt werden, um sich durch möglichst viele, kurzfristige Erfolge Vorteile zu verschaffen.

Board-Control: Meist Murlocs oder Warlock Zoo. Da diese Decktypen traden um Boardpräsenz zu halten, zieht man mehr Nutzen aus den eigenen AoE´s. Es gilt also diese Decks zu beschäftigen, auch wenn das bedeutet subobtimale Minions als Puffer zu spielen. Spätestens nach dem zweiten AoE brechen solche Decks ein und spielen früher oder später in die Kabaleschattenpriesterin. Ab dem Zeitpunkt können sie nicht mehr genügend Geschwindigkeit aufbringen.

Druid Ramp: Auch wenn diese Decks mit 4-Angriffs Diener vollgestopft sind, lassen sie einem Zeit. Diese kann man nutzen um möglichst viel aus den eigenen Kombos rauszuholen. Wichtig ist, das Board nicht zu sehr abzugeben, außer man hat einen Plan B. Diese Spiele kann man ohne Weiteres in Fatigue laufen lassen, da man durch Gedankenraub immer mit Vorteilen starten wird.

Shaman Midrange: Ist für gewöhnlich das leichteste Matchups. Schattenwort: Tod hat mit Fire Elementals leichtes Spiel und gewinnt Tempovorteile. Solange man seine Lebenspunkte außerhalb der Windfury-Combos hält ist man sicher. Feral Spirits werden über den massiven AoE leicht abgeräumt und alle Karten-Totems kann man durch Kabaleschattenpriesterin kontrollieren. Einzig vor dem Hex sollte man sich in Acht nehmen, da es frühe 4/7 Verletzter Klingenmeister rausnimmt.

Control: Paladin Control ist momentan tot, daher kann ich keine Erfahrungen mit dieser Deckart teilen. Bei Warrior Control spart man sich die beiden Schattenwort: Tods für Alextrasza, Ragnaros und Grommash auf. Mit Cairne tradet man meist. Kreaturen wie Sylvanas und Geddon sollten durch Heiliges Feuer fallen. Besonders viele Vorteile kann man sich erarbeiten, da Frothing Berserker, Armorsmith, Bloodmage Thalnos und Acolyte of Pain von Kabaleschattenpriesterin übernommen werden können.