Wuaschtsemmes Jäger Deck Guide “Hunter Burn”: Erfahrt von einem der besten deutschen Hearthstone Spieler, wie ihr den Jäger als Burn Hunter spielen könnt. Dabei erklärt euch Wuaschtsemme, welche Karten wichtig sind und wann ihr welche Synergien und Karten nutzen könnt.

von Wuaschtsemme

Das Metagame hat manchmal sehr bemerkenswerte Auswüchse. In meinem ersten Deckcheck möchte ich mich einer neuen Erscheinung widmen, deren Erfolg mich selbst überrascht hat. Hunter Burn ist die reine Inkaranation eines Aggro Decks, die ausschließlich auf direkten Schaden setzt. Als besonderen Tech kann man dabei die Vielzahl an Chargern sehen.

Deckliste: Hunter Burn

Zauber:
Arkaner Schuss x 2
Fährtenlesen x 2
Sprengfalle x 2
Irreführung x 2
Lasst die Hunde los! x 2
Adlerhornbogen x 2
Fass! x 2

Diener:
Ruchloser Unteroffizier x 2
Lepragnom x 2
Waldwolf x 2
Worgenspitzel x 2
Blutmagier Thalnos x 1
Blaukiemenkrieger x 2
Arkangolem x 2
Wolfsreiter x 2
Leeroy Jenkins x 1

Hintergrund

Mit dem letzten Patch kamen Nerfs für 2 sehr verwandte Spielstile: Warlock Board Control & Mage Burn. Die nun schwächeren Varianten von Pyroblast und Blood Imp haben diese Archetypen merklich geschwächt. Nun ist Aggro aber nicht nur eine wenig staubintensive Spielweise, oder eher einfach in der Ausführung, sondern auch eine Präferenz. Es gibt Spielertypen, die aggressive Decks besonders gut oder gerne steuern. Diese werden immer nach Listen suchen, deren theoretische Effizienz maximal hoch sind.

Hunter bot sich an, da der letzte Buff von Unleash the Hounds eine Kombo Option mit in das Deck brachte. So baute der bekannte Streamer “Kungen” ein Deck, welches sich sehr an “Kharan” von Team Overrated orientiert – mit dem neuen Unleash the Hounds. Wann immer ein breites Publikum auf ein neues, gut funktionierendes Deck stößt, werden Hypes geboren. Bei Hunter Burn war das nicht anders.

Spielweise

Mulligan

Zu Beginn versucht man eine möglichst gute Kurve auf der Hand zu haben. Man mulligant also aggressiv auf 1 und 2 Drops um beispielsweise mit Leper Gnome zu eröffen und Bluegill Warrior nachlegen zu können. 3 Drops sind gut, aber schon fast zu spät für die Starhand. Bekommt man also nicht gerade einen Eaglehorn Bow und eine Explosive Trap angeboten, darf man beide wieder getrost loswerden. Ob man Tracking hält – daran scheiden sich die Geister. Aggro Decks versuchen jeden Manapunkt so gut wie möglich einzusetzen, was der Deckphilosophie zu Folge “Schaden machen” beinhaltet. Meine Herangehensweise wäre es also Tracking nur dann zu halten, wenn man bereits eine andere gute Eröffnung hat.

Strategie

Generell wird alles ignoriert, was der Gegner auf dem Board hat, solange man nicht-tödlichen Schaden verhindern muss. Man spielt also möglichst viele Minions, um früh Druck aufzubauen. Dieser ist wichtig, damit der Gegner dazu gezwungen wird, selbst zu traden. Das ist der Grund warum Karten wie Bluegill Warrior so gut funktionieren:

Situation: Bluegill Warrior (Hunter) vs Fairy Drake (Gegner)

Normalerweise würde man niemals eine 3/2 Kreatur mit einer 2/1 Kreatur abtauschen. Da der Spieler mit Fairy Drake ein wesentlich späteres Timing hat, bleibt ihm nichts anderes übrig, als diesen schlechten Trade zu akzeptieren. Tut er es nicht, hat der Hunter 2 weitere gratis Schaden, während ihn seine eigenen HP wenig interessieren.
Ergebnis: 2 Schaden auf den gegnerischen Helden, 1:1 Trade (Drake für Bluegill)

Wann immer das gegnerische Board anwächst, helfen Explosive Traps, um es zu reduzieren. Die 2 direkten Schaden machen diese Fallen zu 2 Mana Consecrations. Das kommt mit sehr wenig Nachteilen, da das Hunterboard meist gecleared ist/gecleared werden muss. Den gegnerischen Helden anzugreifen, ist also unumgänglich und die Vorraussetzungen der Falle erfüllt.

Ein Eaglehorn Bow ist nicht mehr als 6 direkte Schadenspunkte über 2 Runden. Dennoch greift man mit dieser Waffe nicht mehr als einmal an, außer man hat einen zweiten in der Hinterhand oder kann ihn durch eine Falle aufladen. Ansonsten wartet man mit dieser Waffe solange, bis man das Spiel beendet.

Misdirection ist ein Sonderfall. Tatsächlich ist sie die Antwort auf große Minions der Gegner. So wird mindestens Schaden am eigenen Helden verhindert, mit Glück bekommt der gegnerische Held zusätzlichen Druck ab. Sie ist die einzige Karte, bei welcher es sich anbietet 2 mal vor dem Ausspielen zu überlegen.

Unleash the Hounds ist der Kombofinisher. Zusammen mit Timber Wolf und Leeroy Jenkins kann man den Burst dieser Karte maximieren. Sie hilft Taunts zu durchbrechen und Spiele zu beenden. Je mehr Zeit und Mana vergangen sind, desto respektabler gestaltet sich das gegnerische Board. Genau diesen Fakt nutzt man aus, um die letzten verbliebenen Lebenspunkte wegzuknabbern.

Option – Ironbeak Owls

Immer mehr Hunterdecks setzen auf diesen billigen Silence um Taunts loszuwerden. Ersetzt man Bloodmage und einen Worgen Infiltrator, sind sie leicht in das Deck zu integrieren. Je nachdem auf welche Art von Gegner und wie viel frühen Taunt man trifft, sollte man auf sie zurückgreifen. Dennoch sind werden sie keinen Schaden am gegnersichen Helden verursachen. Das ist bei einem extrem direkten Deck ein Problem, welches man nicht unterschätzen sollte.

Matchups:

Rogue, Warlock, (Nicht-Aggro)Hunter:

Alle diese Klassen besitzen keinen Sustain und sind leicht zu rushen. Die jeweiligen Taunts kommen eher spät und können den Spielverlauf selten ändern.

Shaman, Mage

Auch diese beiden Klassen haben keinen Zugriff auf Heilung. Aber sie besitzen Early Game Antworten, um das Treiben des Hunters aufzuhalten. Auf der Mage Seite sind das Mirror Images, beim Schamanen Feral Spirits. Diese können das Spiel trotz Eulen soweit verzögern, als dass die Aggression sich nicht mehr durchsetzen kann.

Warrior, Priest, Paladin, Druid

Alle diese Klassen besitzen Heilung und das durchschnittliche Maß an Taunts. Bei normalen Draws und sicherer Spielweise wird man Probleme gegen sie bekommen. Dennoch sind diese Matchups nicht ungewinnbar, aber wesentlich ausgeglichener.

Konter

Im Meta sind bereits sehr gute Konter mit Defender of Argus enthalten. Da der Hunter wenig Wert auf Boardkontrolle legt, findet man sehr oft 2 Ziele für ihn. Zudem hilft diese Karte etwaigen Explosive Traps aus dem Weg zu gehen. Senjin Shieldmasta hat einen 2. Frühling erlebt, da er sehr früh und ohne Vorraussetzungen gelegt werden kann. Ohne Silence ist er alleine in der Lage sehr viel Schaden zu verhindern. Persönlich rechne ich mit viel mehr Sunfury Protectors. Diese können sehr schnell Taunts erzeugen, was sich gegen einen Hunter anbietet. Vor allem wenn es darum geht, gleichzeitig ein Taunt Ziel und einen Defender zu legen, ist das sehr teuer. Sunfury Protector ist da wesentlich tempoeffizienter.

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