Leaks sind die für mich spannendste Form der News. Da kommt etwas ans Tageslicht, was der Entwickler uns noch nicht wissen lassen wollte. Dazu kommt die berechtigte Portion Skepsis, da man sich nie sicher sein kann, ob es sich um einen Fake handelt. Nun ist Blizzard dafür bekannt, Leaks oder das absolut unverfängliche registrieren von Marken für sich als Marketing zu nutzen. Da die gewollten Leaks jedoch wesentlich weniger Informationen preisgeben, halte ich das hier für unwarscheinlich.

Die aktuelle Informationsflut hat zwei Schichten. Eine bekannte, die auf verschwommenen Ipad Screenshots basiert. Der Originalartikel, welcher eine halbe Stunde nach Veröffentlichung offline genommen wurde, enthielt jedoch noch wesentlich mehr Details. Der Poster ging davon aus, dass es sich bei den Informationen um ein Fanprojekt handeln würde und wusste offensichtlich nicht, was er da vor sich hatte. Besonders spannend sind 4 neue neutrale Karten, teils per Screenshot gesichert, teils nicht. Allesamt sind bisher unbekannt, aber nicht wenig spannend.
Also, das sind keine gesicherten, von Blizzard bestätigten Informationen. Aber wir haben eine gute Chance, dass was dran ist.

Name: Unbekannt

Kosten: 3
Werte: 2/8

Spott. Todesröcheln: Euer Gegner bekommt einen zufälligen Diener aus seinem Deck.

Nun, diese Karte hört sich unglaublich gut an. Da sie aber nicht mit einem Screenshot gesichert ist und die englische Beschreibung genauso undeutlich wie meine Übersetzung ist, wird nicht klar, ob der Diener sofort für ihn beschworen wird. Davon würde ich fast ausgehen, da eine äußerst ähnliche Karte bereits bestätigt ist. Die Tanzenden Schwerter sind ein 4/4 Minion ohne zusätzlichen Effekt, lassen aber euren Gegner eine Karte nachziehen (muss kein Diener sein). Dass der Diener sofort beschworen wird, macht Sinn, eben weil es ein Diener sein muss. In dem Fall hat man in erster Konsequenz einen unglaublich starken Blocker gegen Aggro. Auch ist es nur eine halbwegs gute Lösung diesen zu silencen, da man selbst den Deathrattle haben möchte. Gegen Midrange Decks, oder gar Controldecks hat man jedoch das Problem, Tempo aufzugeben. Man schenkt also nicht nur eine Karte her, diese kostet dem Gegenüber nichts und er kann sofort mit ihr angreifen. Allerdings ergeben sich interessante Szenarien, in welchen man beispielsweise Miracle zum Beschwören von Leeroy zwingen kann.

Name: Unbekannt (Spinne)

Kosten: 2
Werte: 2/1

Todesröcheln: Beschwört 2 1/1 Spinnen.

Da es sich um Spinnen handelt, kann man die Karte wohl dem Wildtier Typ zuordnen. Man hat also eine starke Synergie mit Starving Buzzard. Aber auch generell ist das ein sehr widerstandsfähiger 2 Drop, welche es so bisher noch nicht gibt. Dass sich Deathrattle Spawns nicht direkt auf die Werte der ursprünglichen Kreaturen addieren lassen, zeigt Harvest Golem, welcher auch etwas über der Kurve liegt. Aber genau dieser ist wahnsinnig beliebt, weil er so viel überlebt. Alles was man für 2 Mana bekommt stirbt zuverlässig, weswegen man auf Loot Hoarder und Co ausweicht. Der Early Midrange Typus bekommt damit neben Nerubian Egg einen stabilen 2-Drop, welcher die Logiklücke zwischen Argent Squire und Harvest Golem füllt.

Name: Unbekannt

Kosten: 4
Werte: 4/3

Spott. Todesröcheln: Beschwört einen 1/1 Diener mit Spott.

Ein ziemlich unverholener Konter um Burstschaden abzufangen. Aber wirkt er wirklich? Force of Nature + Savage Roar muss 6 Schaden verwenden, um beide Diener aus dem Weg zu räumen – das selbe gilt bereits für Senjin. Rogues können sie immer noch Sappen, der 1/1 Spawn ist aber bereits so schon sehr einfach mit einem Dagger abzufangen. Abseits von den Kombos sind die Stats einfach nur eklig schlecht, wieso sollte man die Karte jemals Senjin vorziehen? Dass aggressive Taunts nicht funktionieren, zeigt bereits Booty Bay Bodyguard. Es ist allerdings erwähnenswert, dass man damit einen 4 Mana Deathrattle hat, der je nach Synergie mit bisher unbekannten Karten zusätzlichen Wert entfalten könnte.

Name: Feugan (legendär)

Kosten: 5
Werte: 4/7

Todesröcheln: Falls Stallag in diesem Spiel bereits gestorben ist, beschwöre Thaddius.

Name: Stalagg (legendär)

Kosten: 5
Werte: 7/4

Todesröcheln: Falls Feugan in diesem Spiel bereits gestorben ist, beschwöre Thaddius.

Nun, Thaddius scheint ein ziemlicher Macker zu sein. Es wäre echt praktisch zu wissen, was er so macht, um dieses Kartenduo gut bewerten zu können. Nehmen wir an, er ist total toll. Dann ist bemerkenswert, dass er auf das Feld kommt, ohne Mana bezahlen zu müssen. Jedoch kann der Gegner Maßnahmen ergreifen, den 2. Deathrattle nicht zu aktivieren und das entsprechende Minion am Leben zu lassen. Das größte Problem ergibt sich darin, dass man beide Karten im entsprechenden Spiel ziehen muss und die zweite nicht gesilenced werden darf. Fraglich ist, ob das Minion das zuerst stirbt, einen Deathrattle ohne Wirkung hat, also beispielsweise Totengräber aktiviert, oder gar nicht stattfindet. Genauso wäre es interessant zu wissen, was passiert wenn beide gleichzeitig sterben. In dem Szenario ist alles zwischen 0-2 Thaddius(se?) vorstellbar.
Aber selbst ohne die ganzen Spekulationen bleibt festzuhalten, dass Feugan ein wirklich gutes Minion ist. Dieser wäre einfach so spielbar, weil auf 5 Mana fast nur Azure Drake eingesetzt wird. Stallag hingegen ist Mist und stirbt an allem inklusive Big Game Hunter.

Name: Kel’thuzad (legendär)

Kosten: 8
Werte: 6/8

Beschwört am Ende der Runde alle eigenen Diener, die diese Runde gestorben sind.

Hört sich fast zu gut an, um wahr zu sein. Zu allererst handelt es sich um ein 6/8 Minion für 8 Mana, also einen teuren Boulderfist Ogre. Das ist absolut in Ordnung und wesentlich besser als ein Ragnaros, der an Big Game Hunter stirbt. Mit Ausnahme von Hardremoval wird es also schwer ihn zu entfernen. Der Effekt selbst ist aber nicht so stark wie er vermuten lässt. Es handelt sich dabei um dieses berüchtigte “Win more”. Also um eine Karte, die besonders stark ist, wenn man bereits vorne ist. Das ist keine schlechte Eigenschaft, wenn diese auch helfen würde, in anderen Spielsituationen Vorteile zu generieren.

Nun laufen Hearthstone Spiele aber so ab, dass jeder das gegnerische Board frei macht und dann selbst Minions nachspielt. In engen Kämpfen, oder in Spielen, in denen man selbst hinten liegt, wird man also kaum Nutzen aus dem Effekt schlagen können. Es muss sich aber zeigen, ob sich Situationen generieren lassen, in denen man das Board in Runde 7 so aufbaut, dass höchstwarscheinlich etwas stehen bleiben muss. Geht das zuverlässig genug, kehrt dank Kel’thuzad vielleicht Cairne wieder zurück.