von Amalindis

Erst vor kurzem hat Blizzard mal wieder seine Quartalszahlen offenbart und gezeigt, dass unser Lieblingsspiel den stetigen Unkenrufen noch immer trotzen kann. Auch wenn alteingesessene Spieler nicht müde werden zu betonen, wie alles den Bach runter geht, scheint es immer noch Neulinge zu geben, die dem Branchenprimus eine Chance geben und der riesigen Welt von Azeroth verfallen.

Auch ich bin noch nicht lang als Draenei unterwegs, sondern erst vor etwa anderthalb Jahren dazu gestoßen und daher möchte ich euch heute mal eine kleine Zusammenfassung geben, wie es so einem Neuling in MoP ergangen ist und mit welchen neuen Schwierigkeiten man sich in einem angestammten MMO konfrontiert sieht.

Ist das schon Ultra?!

Begeistert von den Pandaren, die ich schon in Warcraft 3 super fand, fing ich kurz vor dem Release von Mists of Pandaria mit WoW an. Grundspiel und Addons waren schnell gekauft und so konnte es direkt bis Cataclysm losgehen, doch schon die Charaktererstellung brachte mich ins Grübeln: ist das die komplette Auswahl? Wie soll ich meine Draenei da denn großartig individuell gestalten? Ok egal, an die Comicgrafik gewöhnt man sich schnell, also nichts wie eingeloggt und losgelegt. Nachdem alle Einstellungen aufs Maximum gestellt waren, konnte man das Ganze auch schon besser ertragen und schließlich hatten mich bisherige MMO’s gelehrt, dass sich die Langzeitmotivation aus den Inhalten und nicht der Grafik ergibt.

Die Welt von Azeroth mit Giraffenkalb Gerald entdecken

85 Level und noch lang kein Ende

Beim Anblick der für mich unzähligen Fähigkeitenplätze konnte ich nur noch schlucken. Alle drölfzig Leisten sinnvoll füllen? Niemals! Pah, zu früh gefreut… mittlerweile wünsche ich mir ein oder zwei Leisten mehr und vor allem auch größere Taschen. Doch dann ging die Levelei erst so richtig los. Dank „Werbt einen Freund“ kamen Level und Fähigkeiten so schnell zusammen, dass ich öfter mal den Überblick verlor. Im Nachhinein betrachtet, fand ich es toll so schnell mit dem Leveln aufholen zu können, aber die eine oder andere Hilfestellung meiner Gilde brauchte ich dann doch noch, um mich zurecht zu finden. Besonders das Tutorial fand ich unzureichend und da sollte Blizzard wirklich einsteigerfreundlicher werden und mit mehr Erklärungen aufwarten.

Wie wechsel ich noch mal zu meinem Second Specc?
Den größten Kulturschock hatte ich allerdings als meine Freunde mich mit Addons vertraut machten. Ich hatte das Gefühl, dass es für so ziemlich jeden Klick ein Programm gibt und fast alles kann einem abgenommen werden. Das kannte ich aus bisherigen MMOs noch gar nicht, also tastete ich mich langsam mit einzelnen Addons voran. Inzwischen sind auch bei mir 39 Addons im Einsatz und erleichtern mir das Leben, obwohl ich sie eigentlich vermeiden wollte.

*Bling* Sie haben Erfolg!

Die Zeit vor MoP Release nutzte ich, um mich mit allem vertraut zu machen. Die schier unendlich wirkende Anzahl an Möglichkeiten sich in WoW zu beschäftigen, lies mir öfter die Kinnlade runter fallen. Auch wenn es für alte WoW-Hasen vielleicht nicht mehr viel zu tun gibt, so bieten schon allein die Handwerksberufe für Neueinsteiger eine ausgiebige Beschäftigungsmöglichkeit und deswegen verband ich die Erkundung der verschiedenen Kontinente mit dem Sammeln von Kräutern, Angeln und Kochen. Vor allem die Erfolge spornten mich beim Spielen an. Mittlerweile bin ich beim gezielten Erfolge jagen und ca. 8.300 Erfolgspunkten angekommen.

Nichts geht über entspannt im Liegestuhl sitzen, während man seinen Schweinen auf der Farm beim Suhlen zusieht
Dank meiner Gilde blieb mir auch das Erkunden der alten und neuen Instanzen sowie Raids nicht verwehrt. Die vielen verschiedenen Mechaniken waren für mich als Heiler nicht immer einfach, aber man lernt ja nie aus und so blieb es auch mir nicht erspart zusätzlich Guides und Fanseiten zu Rate zu ziehen, um mein Können noch weiter zu verbessern. Nebenbei fing ich damit an verschiedene Funitems für mich zu entdecken und musste schnell erkennen, dass viele Spieler eine notorische Abneigung gegen das Spielzeugzugset oder stapelbare Hirsche haben.

In den Pausen kommt schon mal die Muschel zum Einsatz

Gotta catch ’em all!

Auch für meine leidenschaftliche Liebe zu Giraffen hatte meine neue, virtuelle Heimat eine perfekte Lösung: Haustiere. Als ich mit MoP endlich Haustiere fangen konnte, machte ich mich sofort auf ins südliche Brachland und verbrachte einige Stunden damit ein Giraffenkalb zu zähmen.

Das erste Treffen mit Gerald und seinen Eltern
Gerald die Giraffe ist seitdem der ständige Begleiter von Amalindis, aber bei weitem nicht der Einzige. Der Titel „verrückte Katzenlady“ musste unbedingt her und auch ansonsten werde ich weiterhin meine Erfolge in diesem Gebiet komplettieren. Da verwundert es eben nicht, dass jeder Charakter von mir seine individuelle Auswahl an Haus- und Reittieren in der Leiste hat.

Erfolg: Sammle alle Warcraft-Infos

Nicht nur das Spiel an sich hat es mir mit seinen vielen Möglichkeiten angetan, sondern auch die ganze Geschichte hinter diesem Warcraft-Universum. Entsprechend ließ es sich nicht länger vermeiden, dass ich im Sommer letzten Jahres mit der Warcraft-Buchreihe angefangen habe und natürlich noch lange nicht am Ende angekommen bin.

Den großen „Ok, du bist jetzt endgültig Warcraft-Fan“-Moment hatte ich allerdings beim Blizzcon-Livestream schauen im November letzten Jahres: nicht nur, dass ich es kaum erwarten konnte bis die Messe endlich losging, kündigte Blizzard auch noch MEIN Addon schlechthin an: Warlords of Draenor. Da war es um mich geschehen. Ich hatte gerade „Aufstieg der Horde“ fertig gelesen und da passte diese Ankündigung wie die Faust aufs Auge. Seitdem sauge ich förmlich alle, leider bisher nur spärliche, Infos zu WoD auf und hoffe auf einen baldigen Release, wie so ziemlich alle WoW-Fans.

Nach mittlerweile ca. 53 ingame Spieltagen auf meinem Mainchar und diversen Twinks bin ich in Azeroth komplett angekommen, nutze meine Addons, als ob ich nie ohne gespielt hätte, bin genervt vom LFR und natürlich dem Hype um Warlords of Draenor vollkommen verfallen. Entsprechend ist die Verwandlung vom Einsteiger zum Warcraft-Fan komplettiert und wird mit WoD definitiv vertieft, schließlich geht es für meine Draenei nach Hause 😉

Wie ist es euch in den ersten Monaten WoW ergangen? Habt ihr vielleicht selbst erst jetzt mit Mists of Pandaria angefangen und ähnliche Erfahrungen gemacht? Gern könnt ihr im Forum mit uns darüber diskutieren.