von Vatic

Eines der Themen, das momentan am häufigsten in der Hearthstone Community diskutiert wird, ist wohl der Erwerb von Boosterpacks. Diese kann man im spielinternen Shop kaufen. Entweder ein Pack für 100 Gold oder bis zu 40 Packs für einen Maximalpreis von 44,95€.

Hier stellt sich vielen die Frage, ob jemand, der viel Geld investiert, grundlegende Vorteile hat. So steht diesen Personen eine wesentlich größere Vielfalt an Karten zur Auswahl, mit denen Sie ihr Deck gestalten können. Ich selbst musste bereits feststellen, dass das Deckdesign in den Anfängen sehr eingeschränkt ist.

So habe ich mir lediglich ein Bundle mit sieben Packs gekauft und drei weitere über meine Goldvorräte finanziert. Dabei kam es zur erwarteten Enttäuschung: keine legendäre Karte, nur zwei oder drei epische. Hinzu kamen natürlich die garantierten raren und die einfachen Karten. Insgesamt hat mich der Erwerb dieser Packs nicht wirklich voran gebracht.

Crafting als Alternative?

Eine weitere Möglichkeit neue Karten zu erlangen, ist das „Crafting“. Bei dieser Methode lässt sich sogar gezielt auswählen, welche Karte man herstellt. Es wird, wie aus World of Warcraft bekannt, Staub genutzt, um das Ganze zu bewerkstelligen. Nur leider tritt auch hier das Problem der “Armut” auf. So erlangt man Staub zu Anfang für das Abschließen einer Quest (diese erfordert das erstmalige „zerstäuben“ einer Karte) und später lediglich durch vorangegangene Entzauberungen.

Eben jene benötigen entweder doppelte bzw. eher dreifache Karten oder man ist sich im Klaren darüber, einige Karten vorerst nicht mehr zu benötigen und entzaubert diese. Jeder der jetzt mal kurz nachdenkt, wird feststellen, dass wir alle gerne am Ende alle Karten in unserer Sammlung sehen wollen. Folglich braucht man dreifache Karten. Woher bekommt man diese? Genau, aus dem kostenpflichtigen Erwerb der Boosterpacks.

Also doch Pay2Win?

Da kommt der Gedanke “Pay2Win” selbstverständlich auf. Denn die Alternative zum Ausgeben von realem Geld ist die Anhäufung der virtuellen Währung (Gold). Bei der Anhäufung ist jedoch zu erwähnen, dass das Sammeln des Goldes zu Anfang mit den Start-Aufgaben noch recht leicht fällt, aber später mühselig wird. Dieses kann dann entweder zum Kauf von Packs genutzt werden oder man betritt für 150 Gold (alternativ 1,79€) die Arena und erspielt dort, wenn es das Herz der Karten erlaubt, ein paar Siege und erhält dadurch die gewünschten Karten(-packs). Denn man erhält je nach Anzahl der erreichten Siege ein Boosterpack, Staub und Gold. Die Menge des Staubes und des Goldes ist dabei umso höher, je mehr man erreicht hat.

Somit kommt man am Ende zu folgenden Szenarien:

  • Ich spiele verhältnismäßig viel, sammle dadurch entsprechend viel Gold und gebe zusätzlich ein paar Euro aus. So erhalte ich mit großer Wahrscheinlichkeit zügig die Karten, die meine Decks komplettieren. Außerdem habe ich zusätzlich noch die Möglichkeit, mich in der Arena durchzuschlagen und die Belohnungen abzuräumen.
  • Ich spiele verhältnismäßig wenig, komme dadurch nur schwer an Gold und gebe ein paar mehr Euros aus. So erwirtschafte ich meine Kartensammlung durch einen hohen Einsatz von realem Geld.

Welches Szenario für welchen Spieler zutreffend ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Dabei kann man sich womöglich an folgenden Leitaussagen orientieren:

Will ich nur einen lockeren Zeitvertreib, gebe ich mich mit Gold zufrieden.

Sollte ich aber das Ziel haben, das Ganze Esport mäßig betreiben zu wollen, komme ich um viel spielen, Goldreserven aufstocken und ein paar Euros ausgeben nicht herum.

Oder doch nur Frage des Business-Modells?

Neben der “Pay2Win” Technik lässt sich auch Blizzards Geschäftsidee ganz einfach ableiten. Ich bringe ein Free2Play Kartenspiel auf den Markt, welches die Massen auf Grund der Hintergrundgeschichte elektrisiert. Jeder hat somit Zugang zum Spiel und gerät in die Verlockung seine Sammlung ergänzen zu wollen. Damit ist klar, dass sich der Verkaufspreis des Spiels, sofern es denn einen gäbe, relativ schnell amortisieren wird.

Es lässt sich an einem Rechenbeispiel sehr gut verdeutlichen. Schaffe ich World of Warcraft neu an, so zahle ich ca. 50€ für alle AddOns und nochmal 12,99€ für einen Monat Spielzeit. Lege ich diese Summe auf Hearthstone um, so wären wir bei 47 Boosterpacks und 5€ Rest. Natürlich werden einige jetzt sagen: “Aber ich kaufe mir keine Booster.” Das mag stimmen, dafür gibt es jedoch genügend Leute, die sich zwei mal 40 Boosterpacks kaufen werden.

Alles in Allem bleibt zu sagen, dass Blizzard durch dieses Spiel sicher grünen Zahlen schreiben wird.

Wie ist Eure Meinung zum Thema Boosterpacks bzw. “Pay2Win” und dazu, reales Geld in virtuelle Welten zu investieren?