Als die Entwickler den Warlock T4-Helm entworfen haben, hatten sie anscheinend ein Schwarzes Loch als Vorbild. Es schien Ihnen zum Charakter eines Warlocks zu passen.
Mir als Physiker allerdings dreht sich der Magen um bei einem solchen Unsinn.

Denn, nimmt man ART (Allgemeine Relativitätstheorie) als Grundlage, so ergeben sich Konsequenzen, die das Vorhandensein eines schwarzen Lochs als Helmschmuck ad absurdum führt.

Zuerst einmal gibt es zwei mögliche Ausführungen als Schwarzes Loch. Zum einen kann man den Radius oder die Masse als menschlich wählen.

Der Helm umschließt den Kopf, den wir mit 5 kg annehmen wollen.
Damit ein kompaktes Objekt der Masse 5kg ein schwarzes Loch erzeugt, darf dieses eine maximale Ausdehnung von gamma/c²*M annehmen, den sogenannten Schwarzschildradius. Dieser beträgt z.B. für die Sonne mit der Masse 2*10^30 kg nur 3 km.
Für unser Warlockköpfchen bedeutet das ein Radius von 3.71*10^-27m, eine so unvorstellbare kleine Zahl, das es hierfür absolut keinen Vergleich gibt.
Das Warlockköpfchen wäre schlicht nicht existent, da es jenseits von Materiebausteinen ist, von denkenden Gehirnströmen gar nicht zu denken.

Nehmen wir nun den Fall an, dass das Schwarze Loch einen Radius von 10cm hat, so groß sieht es ja auch aus, wenn man sich den Helm anschaut.

Das würde dann bedeuten, dass in dem Helm sich eine Masse von 1.38*10^28 kg verbergen müsste.

Zum Vergleich die Erde ist 10^24kg schwer, der Jupiter 10^27 kg. Damit hätte man eine Masse auf der Erde, die 10000 mal schwerer ist. Die Erde würde folglich nicht mehr um die Sonne primär kreisen, sondern der Warlock um die Sonne und die Erde um den Warlock als eine Art Mond.

Aber mal halblang werden sicher jetzt einige einwenden. Den Warlock gibt es nur in Azeroth und Azeroth ist nicht gleich der Erde.
Auf Azeroth leben allerdings auch Menschen und zwar gleichen sich diese bis ins Detail denen der Erde. Es gibt zwar einige Mutationen (Orks, Elfen, Gnome etc..), aber allein aus der Existenz der Menschen in Azeroth lässt sich folgern, dass Azeroth ein erdähnlicher Planet ist, der um einen sonnenähnlichen Stern kreist.
Und aus diesem Grund müssen auf Azeroth die gleichen Gesetzmäßigkeiten gelten wie auf der Erde und damit muss die ART genauso wie die QM (Quantenmechanik) gültig sein. Wären sie es nicht, würde es keine Menschen auf Azeroth geben.
Aber genug der Exkursion.

Wir haben also eine Masse auf der Erde, die 10000 mal schwerer ist als diese selbst. Dies bewirkt eine Veränderung der Bahn der Erde, die man sich kaum vorstellen kann. Er wird vom Planeten zum Mond heruntergestuft und dadurch setzen Veränderungen ein, die zwangsläufig das Ende allen Lebens bedeuten.

Allein die Gravitation durch den Warlock würde ausreichen um sämtliches Leben durch die pure Gravitationskraft zu zerquetschen.

Bleibt noch die Frage woher die Masse überhaupt kommt.
Genug Masse im Sonnesystem besitzt nur unsere Sonne, man müsste also einen großen Kuchen aus ihr herausschneiden, auf 10cm komprimieren und zur Erde schaffen.

Ich frage euch ernsthaft: Wie soll das bitte gehen?

Ein weiteres Problem ist, dass der T4-Helm nicht einzigartig ist.
Womöglich laufen hunderte Warlocks mit diesem herum. Was einer anrichtet, habe ich bereits erläutert, was passiert aber bei Hunderten?

Fest steht, dass man bei mehreren Warlocks einen möglichen gravitativen Quadropol hat und damit einen möglichen Nachweis für die lang gesuchten Gravitationswellen!

Die abgestrahlte Leistung würde 10^72 erg/s betragen.

Zum Vergleich: Der heißeste Kandidat für Gravitationswellen sind zwei kreisende Sterne mit einer Leistung von “nur” 10^52 erg/s!

Aber genug zur Gravitationswirkung

Kommen wir zu den Konsequenzen des Warlocks selber und ziehen dafür die Schwarzschildmetrik zur Rate, die am Schwarzschildradius eine behebbare Singularität hat.

Dies bedeutet für den Warlock selber, dass er den Helm ohne Probleme aufsetzen kann, die Welt bleibt für ihn normal. Für einen Beobachter dagegen bleibt die Zeit des Warlocks in dem Moment stehen, in dem er den Schwarzschildradius erreicht. Alle Personen, die sich dem Schwarzen Loch nähern werden in ihrer Zeit verlangsamt! Raids werden dadurch nicht mehr Stunden, sondern im Extremfall für den Warlock ewig dauern. Eine erschreckende Vorstellung.

Was passiert eigentlich, wenn T5 droppt und der Warlock gerne sein T4 ersetzen möchte?

Er muss folglich den T4-Helm ausziehen, doch geht das denn so einfach?

Dazu transformieren wir in die Kruskalkoordinaten und erkennen, dass zum Ausziehen des helms und damit zum Verlassen des Schwarzen Loches es erforderlich ist in der Zeit bis minus unendlich zurückzugehen. ein Ding der Unmöglichkeit, da jedes Kind weiß, dass Zeitreisen unmöglich sind. (ok, Caverns of Time, aber die auseinander zu nehmen, wäre ein anderes Kapitel) Aus diesem Grund kann man einem schwarzen Loch nicht entkommen.

Wir haben also das Problem, dass wir einen Warlock haben, der unsere schöne Welt durch seine gewaltige Masse zerstört, dabei das Gravitationsfeld unseres Sonnensystems gehörig durcheinanderbringt, gleichzeitig in der Zeit stehenbleibt und den Helm nicht ausziehen kann.

Wir müssen also unsere gut getesteten Theorien ART und QM mit dem T4-Warlockhelmphänomen vereinigen. Denn eines ist sicher:

Die Naturgesetze können anders als von Menschen gemachten Gesetze nicht gebrochen oder gebogen werden und in dem jetzigen T4-Design deutet alles auf den nicht möglichen Bruch dieser Naturgesetze hin.

Ich würde sagen, Blizzard, du hast ein verdammt großes Problem, für welches die moderne Physik keine Lösung parat hat.

Ich hoffe euch hat diese kleine ART-Einführung unterhalten und verabschiede mich jetzt ins Bett, morgen untersuche ich dann vllt die Teslaspulen von Thaddius, denn da ist sicher auch nicht alles in Ordnung.

Mit freundlichen Grüßen

DeusDeorum