In der kommenden WoW-Erweiterung Legion wird das Gameplay einer sehr starken Neuausrichtung unterzogen. Auf dieser Seite zeigen wir euch, was sich für uns alle im Laufe der Levelphase und im Endgame ändert. Nach Jahren des gradlinigen Levelprozesses haben die Entwickler anscheinend aus ihren Erfahrungen gelernt und präsentierten uns auf der BlizzCon die Spielsystem-Änderungen, die letztlich zum Gameplay 2.0 führen.

Leveln in Legion

Seit Bestehen von World of Warcraft und erst recht nach den umfassenden Änderungen aus Cataclysm erfolgte das Leveln sehr gradlinig in WoW. Wir fangen im Startgebiet an und bewegen uns wie einer einer Perlenkette folgend, von Questgebiet zu Questgebiet. Für Legion haben die Entwickler zunächst darüber nach gedacht, das Leveln so zu gestalten, dass man sich quasi im Uhrzeigersinn über die Verheerten Inseln bewegt.

Letztlich haben sie allerdings das Questen und den Levelprozess revolutioniert. In Legion wird nun jeder Weg nach Suramar, dem finalen Gebiet in Legion, führen. Ihr seid nicht mehr an eine starre Zonenreihenfolge gebunden, weil es so vorgegeben ist, sondern habt nun die Möglichkeit frei zu entscheiden, wie ihr Leveln wollt, welches Gebiet euch zu Beginn mehr interessiert. Möglich ist dies durch eine Änderung am Spielsystem, es gibt mit Legion flexible Zonen.

Die Welt um euch herum skaliert mit eurer Schwierigkeitsstufe. Jedes Gebiet wird sich eurer aktuellen Stufe anpassen. Ob ihr nun Level 106 oder Level 108 erreicht habt, die Gegner werden den gleichen Schwierigkeitsgrad haben. Das bedeutet, dass ihr zum Töten eines Mobs, auf Level 104 genauso lang benötigt, wie auf Level 108, egal in welchem Gebiet. Somit könnt ihr euch gern im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder auch im Zick-Zack durch die Gebiete bewegen. Es bleibt abzuwarten, ob sie dieses Springen durch die Zonen auch mit der Storyentwicklung harmonieren können.

Trotz allen Skalierens soll es dennoch auch einige Gegner geben, für die ihr tatsächlich ein höheres Level benötigt, damit ein Anreiz geschaffen ist, dies auch auf Maximal-Level nochmal anzugehen.

Engame-Content in Legion

Im Zuge des neuen Systems wurde auch der Endgame-Content angepasst. Durch das Skalieren der Umgebung wird es nun möglich sein, alle Gebiete der Verheerten Inseln mit einzubeziehen. Haben wir bislang meist nur in einigen Gebieten Dailies absolviert und uns dann nicht weiter für das Gebiet interessiert, wird es nun ein offenes, fortlaufendes Questsystem geben, das immer wieder neue Ziele für uns bereitstellt, aber dennoch nicht wie ein verpflichtender Content wirken soll, so dass man auch nach einer längeren Auszeit jederzeit wieder einsteigen könne.

Aufgaben und Boten

So werden Ziele/Quests angeboten über einen bestimmten Zeitraum angeboten. Sie können beispielsweise nur einige Stunden, aber gerne auch mal wochenweise aktiv sein, abhängig von ihrer Bedeutung. Es wird variierende Aufgaben und auch Beute geben, die es zu ergattern lohnt. So wird eine viel größere Auswahl und Variabilität an Aufgaben im Endgame geschaffen, so dass wir immer etwas zu tun haben werden. Ihr entscheidet, was euch wichtig und lohnend erscheint, erfüllt zu werden!

Ein ganz wichtiger Aspekt hierbei ist, dass nun nicht mehr unsere Anhänger wie in der Garnison die Quests für uns erledigen und Schätze finden, sondern wir dies endlich wieder selber übernehmen und uns den Herausforderungen stellen können. Die Anhänger dienen nun quasi als Questgeber. Aufgaben können Rufbelohungen als Ziel haben, PVP-basiert oder Weltbosse sein. Sammelberufe werden ebenfalls neue Aufgabe/Ziele erhalten, die sie auf die Suche nach speziellen Materialien führen wird.

Es wird über die Zeit verschiedene Boten geben, die euch mit Aufgaben versorgen und euch durch die ganze Welt schicken. Die Aufgaben werden dabei so gestaltet, dass ihr mit Freunden auf allen Servern zusammenspielen könnt. Loggt ihr euch mal einige Wochen nicht an, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr vielen Boten begegnet, da diese nicht nach einem Tag wieder verschwinden, sondern gerne auch einen längeren Zeitraum aktiv sind und euch mit Aufgaben versorgen wollen.

Lohnender Endgame-Content?

Die Frage steht letztlich im Raum, ob sich dieser Endgame-Content für uns lohnend anfühlen wird? Auch wenn das System sehr stark an den Abenteuermodus in Diablo 3 erinnert, ist es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Wir verlassen endlich wieder die Garnison und sind mehr in der Welt unterwegs. Wenn wir dabei noch Aufgaben erledigen, welche die Geschichte voran bringen, können wir uns freuen. Die skalierende Welt ist definitiv ein großer Fortschritt. Was den eigentlichen Endgame-Content angeht, so möchte man uns das Beste aus Mists of Pandaria und aus Warlords of Draenor bieten, um endlich auch nach dem Levelprozess das Spiel jenseits von Raids interessant zu halten.

Ob dies gelingt, wird tatsächlich von der Art der Aufgaben und auch der Belohnung abhängen. Wir sind sehr gespannt, ob sie es schaffen, nach 11 Jahren etwas neuen Schwung in das Engame zu bringen.