Einige Gründungsmitglieder von Blizzard North haben vor kurzem ihre eigene Firma gegründet – Flagship Studios. Voodoo Extreme hatte die Möglichkeit, mit dem ehemaligen Diablo-Guru Bill Roper zu sprechen…

Voodoo Extreme: Zunächst Bill, wie fühlt es sich an, Blizzard zu verlassen und zusammen mit den anderen deine eigene Firma zu gründen?

Bill Roper: Es ist sehr spannend und treibt einen unwahrscheinlich an. Man könnte es mit dem ersten Fallschirmsprung vergleichen – ein Sprung der dich dem Schicksal ausliefert, aber wenn alles wie geplant funktioniert, ist es ein tolles Erlebnis. Wir haben das Glück, eine Reihe fantastischer Jungs mit an Bord zu haben und jeder Tag bringt das Spiel und die Firma einen großen Schritt weiter.

Voodoo Extreme: Wie lange habt ihr den Schritt, Blizzard zu verlassen, um die Flagship Studios zu gründen, bereits geplant?

Bill Roper: Unser Abschied von Blizzard war für uns eine fast so große Überraschung wie für jeden anderen auf der Welt. Unser Ziel was es nie, Blizzard zu verlassen, sondern in den Dialog mit Vivendi zu treten. Vivendi traf dann die Entscheidung, uns diese Möglichkeit nicht zuzugestehen und stimmte stattdessen unserem Kündigungsangebot aufgrund der Probleme zu. Danach brauchten wir zwei Tage um uns zusammenzusetzen und anzufangen, über unser neues Spiel nachzudenken. Alles was danach passierte war hektisch, aber auch oder gerade deswegen sehr aufregend – eine ganz neue Firma und ein neues Spiel so schnell und intelligent wie möglich weiterzubringen.

Voodoo Extreme: Spiele welches Genres würde Flagship gerne entwickeln und warum?

Bill Roper: Wir mögen sehr viele unterschiedliche Genres, deswegen ist es noch völlig offen, was wir im Laufe der Zeit herausbringen werden. Wir sind bei der Entwicklung unseres neuen Spiels noch nicht ins Detail gegangen, aber was ich sagen kann ist, dass obwohl wir nicht einfach unserem vergangenen Erfolg nacheifern, doch alle Spieler, denen unsere Spiele bisher gefallen haben, das lieben werden, an dem wir hier arbeiten.

Voodoo Extreme: Werdet ihr nur PC Spiele entwickeln oder wird Flagship auch Spiele für Konsolen herausbringen?

Bill Roper: Momentan konzentrieren wir all unsere Energie auf die Entwicklung eines großartigen Spiels für den PC und entwickeln aktuell nicht für Konsolen. Wir haben aber das Gefühl, dass unser Konzept unseres Spiels auch auf Konsolen aufgehen würde, die Möglichkeit einer Konsolenversion wurde somit noch nicht verworfen.

Voodoo Extreme: Wie ist die Atmosphäre bei Flagship, verglichen mit eurer Arbeit bei Blizzard?

Bill Roper: Sowohl Condor (aus dem sich Blizzard North entwickelte) als auch Flagship zeichnet ein starkes familiäres Gefühl aus. Wir neun stehen uns sehr Nahe und verbringen viel Freizeit miteinander. Das Ziel unserer Arbeit ist es, Spaß zu bereiten, und so unternehmen wir alles in unserer Macht stehende, um unseren Arbeitsplatz zu einem Ort zu machen, an dem wir Spaß daran haben, so viel Zeit und Mühe investieren, um das Spiel zu entwickeln. Die Atmosphäre hier ist sehr locker, und das hilft einem enorm dabei, kreativ zu sein.

Bill Roper:Wir sind froh, bereits ein so gutes Kernteam zu haben und befinden uns momentan im frühen Stadium der Entwicklung des Spiels und der nötigen Technologie. Wir wissen, dass wir lange genug so weitermachen können, um Grafiken und Tools fertig zu stellen, damit wir danach beginnen können, am Inhalt zu arbeiten. Früher oder später werden wir dafür Verstärkung benötigen, und auch wenn wir momentan niemanden einstellen, so nehmen wir doch Lebensläufe, Arbeitsmappen und Bewerbungen von qualifizierten Leuten entgegen, die leidenschaftlich gerne an Spielen arbeiten.

Alle Interessierten sind aufgerufen, unsere Webseite zu besuchen. Dort finden sich Neuigkeiten betreffend der Job-Angebote , mehr News über die Firma und Informationen darüber, was wir von einem Team-Mitglied erwarten.

Voodoo Extreme: War es schwer, die Mittel für die Gründung der neuen Firma aufzubringen?

Bill Roper:Unser ruf als Entwicklerteam eilte uns voraus, und so war es einfacher, erste Gespräche mit Publishern und Geldgebern zu führen, als es wohl für die meisten anderen Start-Ups sein dürfte. Bisher haben wir die Entwicklung aus eigener Tasche bezahlt, aber wir haben eine Menge Optionen, was die zukünftige Finanzierung angeht.

Voodoo Extreme: Mit welchen Publishern würdet ihr am Liebsten zusammenarbeiten?

Bill Roper: Wir suchen einen Publisher, der unser Engagement, ein großartiges Spiel zu veröffentlichen und den Willen, die nötige Zeit und die nötigen Mittel dafür aufzubringen, teilt. Außerdem sollte der Publisher eine starke Bindung zu Community haben, denn schließlich sind die Spieler der Grund, warum wir alle hier sind. Ein großer Vorteil ist, dass das Augenmerk der meisten Publishern inzwischen darauf liegt, qualitativ hochwertige Spiele zu veröffentlichen, uns so haben wir festgestellt, dass unsere Ziele sich mit denen der allermeisten unserer Gesprächspartner decken.

Voodoo Extreme: Was hat Flagship deiner Meinung nach, das andere Unternehmen nicht haben?

Bill Roper: Unser größter Vorteil dürfte sein, dass wir ein Kernteam haben, das bereits an einem sehr erfolgreichen Spiel gearbeitet hat. Erfahrung, wie sie die Leute hier bei Flagship sowohl als Einzelperson als auch als Team haben, ist sehr selten und ich denke das ist ein Grund dafür, dass die Entwicklung des Spiels bisher so schnell vorangegangen ist. Wir wissen, dass wir die Grundlage dafür haben, um ein großartiges Spiel zu entwickeln und wir sind froh darüber, jeden Tag herkommen zu dürfen und daran arbeiten zu können.

Voodoo Extreme: Viele Leute erwarten von euch ein Diablo-ähnliches Spiel. Werden sie enttäuscht sein?

Bill Roper: Wenn ihr damit meint, dass sie sich auf ein Spiel freuen, dass einfach zu erlernen und zu spielen ist, und das eine unglaubliche Widerspielbarkeit und Spieltiefe besitzt, dann denke ich, dass sie sehr zufrieden mit dem sein werden, das wir hier zusammenbrauen.