Hallo – Stellt euch doch
bitte zuerst einmal vor.
Varath: Hallo. Ich bin
Varath, im realen Leben auch Carsten genannt und bin eines der
Mitglieder von Blackhand Pictures Machinima. Ich war im Projekt
zuständig für das Editing und die Regie oder meinetwegen auch
Projektleitung. Zum Editing gehörten Kamera, sprich die Aufnahmen,
Schnitt, Spezial-Effekte, sowie die Auswahl und das Einfügen von
Sound und Musik. An allen anderen Bereichen war ich zwangsläufig
ebenfalls beteiligt, jedoch nicht so intensiv, wie andere
Teammitglieder. Darüber hinaus habe ich einige Sprechrollen
übernommen, darunter auch meinen eigenen Charakter Varath.
Alloron: Tagchen, mein
Name ist Alloron im echten Leben höre ich auf den Namen Tim und bin
ebenfalls eines der Mitglieder von BPM. Meine Aufgabe im Projekt
war das Schreiben der Drehbuchs und insbesondere der Dialoge. Ein
Großteil der Inhalte stammt also aus meiner Feder. Auch ich hatte
Sprechrollen im Film, zum Beispiel Amaranth und den weißen
Schachspieler.
Ludvera: Grüß Dich. Ich
bin Ludvera, oder Ute, und logischer Weise ebenfalls Mitglied des
Teams. Meine Aufgabe bestand vor allem darin Alloron und Varath bei
Ihren Arbeiten zu unterstützen. So habe ich zum Beispiel Varath
teilweise beim Editing unterstützt und gemeinsam mit Alloron
Dialoge überarbeitet. Der Kampf zwischen Jaina und den drei
Schurken am Ende des Films ist eine Co-Produktion von Varath und
mir. Ich habe darüber hinaus den Charakter Ludvera gesprochen und
die Rolle der Erzählerin übernommen. Ebenfalls zeichne ich mich für
einen größeren Anteil der englischen Übersetzungen
verantwortlich.
Vor wenigen Tagen ist das
erste Kapitel zu Veil of Corruption erschienen. Wie lang haben die
Dreharbeiten für das 110 Minuten lange Video gedauert?
Varath: Wir haben in Summe
anderthalb Jahre an diesem Projekt gearbeitet. Wobei wir
zwischendurch auch einige größere Pausen hatten, zum Beispiel bei
der Einführung des ersten Add-Ons. Richtig intensiv wurden die
Arbeiten am Film ab Oktober 2007. Bis dahin waren etwa 30% des
Films fertig gestellt. Die restlichen 70% sind also innerhalb eines
halben Jahres entstanden.
Seid einmal ehrlich – war
es euch vorher klar, dass euer Projekt ein solches Ausmaß erreichen
würde?
Alloron: Wir hatten eine
grobe Vorstellung davon, dass es ein Haufen Arbeit werden würde.
Aber um es ehrlich zu sagen: Es steckt ein Quantum an
Arbeitsstunden darin, das ich heute bereits nicht mehr Überblicken
kann. Dabei würde ich aber sagen, dass mir jede einzelne Minute
Arbeit Spaß gemacht hat und dass ich gerne wieder die gleiche
Arbeitszeit investiere. Ich denke dem Rest des Teams geht es nicht
anders.
Wie ist eigentlich die Idee
zu diesem Machinima entstanden?
Varath: Die Idee ist bei
ein paar Bierchen entstanden. Zwei Freunde, Fhal und Maepel, und
ich waren seinerzeit unglaublich angetan von Tales of the Past II
und wir haben uns gedacht: Unglaublich, so etwas möchten wir auch
mal auf die Beine stellen. Wir haben uns hingesetzt, einen Zettel
und einen Stift genommen unsere Ideen in einen Topf geworfen und
ein grobes Konzept geschrieben. Das war der Moment als Veil of
Corruption geboren wurde.
Kommen wir zur Geschichte
von Veil of Corruption. Wie sind eigentlich die Charaktere, die die
Hauptrollen spielen, entstanden? Spiegeln sie eure eigenen
Ingame-RP-Charaktere wieder oder vielleicht Eigenschaften von euch
selbst?
Varath: Wir haben zwar
unsere eigenen Charaktere in den Film übertragen, jedoch haben wir
ihre Ziele, Intentionen und Verhaltensweisen so angepasst, dass sie
mit unserer Storyline konform gehen. Wir spielen zwar alle auf
einem RP-Server müssen aber zu unserer Schande eingestehen, dass
wir selber in WoW wenig Rollenspiel betrieben. Dennoch sind wir
alle passionierte Rollenspieler. Aus unseren bisherigen
Rollenspielerfahrungen und natürlich auch ein wenig inspiriert
durch das Konzept einer Geschichte, die sich im wesentlichen um
Intrigen dreht, sind dann die Film-Charaktere erwachsen.
Wie lang habt ihr für den
gesamten Plot der Trilogie gebraucht?
Ludvera: Naja.. schwer zu
sagen. Der Gesamte Plot im groben Rahmen hat sich im Laufe eines
Abends entwickelt. Da hat es nur drei Köpfe und einen Kasten Bier
gebraucht. Allerdings sind wir mit der kompletten Ausarbeitung der
einzelnen Szenen, der Dialoge, etc. erst einen Monat vor Beendigung
des ersten Teiles fertig geworden.
Wie weit sind die
Fortschritte des zweiten und dritten Kapitels?
Varath: Wir haben mit dem
zweiten und dritten Teil noch nicht angefangen. Wir haben unser
Konzept so ausgelegt, dass wir drei einzelne Pakete, erstellen und
diese für sich erst abschließen, bevor wir was Neues beginnen.
Außerdem wollen wir unbedingt im zweiten Teil auch Bilder aus dem
zweiten WoW Add-On unterbringen, weil uns die bisher bekannten
Screenshots sehr beeindruckt haben. Zuletzt war es uns wichtig,
dass wir zunächst Feedback von der Community bekommen, bevor wir
neue Aufnahmen machen. Wir konnten sehr schlecht einschätzen wie
die Bilder auf die Zuschauer wirken und wollten uns offen halten
für die weiteren Teile unter Umständen an Aufnahmetechnik oder den
Einstellung noch etwas zu ändern.
Ihr selbst spielt auf einem
RP-Server, wie umfangreich war das Verständnis und die Hilfe der
Community für euer Projekt und wie viel der Dreharbeiten konntet
ihr auf den Rat abhalten?
Alloron: Wir hatten
Anfangs einige Anlaufschwierigkeiten, die Leute davon zu
überzeugen, dass wir dieses einmal angefangene Projekt auch
wirklich zu einem Ende führen. Nachdem sich aber herumgesprochen
hatte, dass unsere Ambitionen durchaus ernster Natur sind, war die
Reaktion der Community des “Rat von Dalaran” wirklich
überwältigend. Anders kann man es denke ich nicht ausdrücken. An
dieser Stelle möchten wir auch noch einmal die Gelegenheit nutzen,
den Spielerinnen und Spielern unseres Servers für ihren Einsatz und
insbesondere für ihre TS-Disziplin während der Theramore-Schlacht
zu danken.
Wie kompliziert war das
Projekt wirklich? Immerhin seid ihr nicht nur Berufstätig und
Raider, sondern auch noch Eltern.
Ludvera: Die meiste Arbeit
mit dem Editing hatte Varath. Und da er ein Nachtmensch ist, wo
unser Sohn normaler Weise schläft, war dieser Teil nicht ganz so
kompliziert. Immer wenn Zeit da war, habe ich mich daneben gesetzt
und ihn hier und da versucht zu beraten. Komplizierter wurde es
dann die Leute aus ganz Deutschland irgendwie in den Ruhrpott zu
lotsen, damit sie die Stimmen einsprechen. Da einen quietschenden
2-jährigen rumhüpfen zu haben, macht die Arbeit etwas schwerer.
Allerdings haben wir für die Wochenenden freudestrahlende
Großeltern parat stehen gehabt.
Habt ihr schon Pläne,
bestimmte Gebiete oder Features aus WOTLK mit in die Geschichte
einzubauen?
Varath: Das ist eine
Frage, die ich aktuell ungern beantworten würde, da wir dann
vielleicht einen Teil der Geschichte verraten würden. Wir sind
große Fans von Landschaftsaufnahmen und die Landschaften in WotLK
sind sehr beeindruckend. Hier werden wir sicherlich einiges zeigen.
Außerdem könnte der Frozen Throne für uns durchaus von Interesse
sein *zwinker*
Andere Machinimas setzen
auf eine andere Art von Handlung. Ein Kämpfer gegen das Böse und
dann wird meist in spektakulären Effekten der Oberbösewicht
besiegt. Warum habt ihr euch für eine so viel story-lastigere
Version entschieden?
Alloron: Wie du schon
sagtest, gibt es eben eine Menge Filme, die einen einzelnen Helden
aufbauen und ihn gegen die Mächte der Finsternis kämpfen lassen.
Und wir alle sehen durchaus die schönen Seiten eine solche
Geschichte zu erzählen. Das schöne an dem von uns gewählten Format
ist aber meiner Meinung nach, dass wir in unseren Entscheidungen
wie wir weiter mit den Charakteren verfahren absolut frei sind.
Wenn ich eine Geschichte über John Rambo erzähle, dann ist es klar,
dass ich Rambo nicht sterben lassen darf, weil die Geschichte sonst
zuende ist. Wenn ich aber eine Geschichte über einen Haufen von
Leuten erzähle, der eigentlich nur selbstsüchtig handelt dann bin
ich in der Entscheidung, was weiter mit ihnen geschieht einfach
freier.
Stand schon von Anfang an
fest, dass ihr das Machinima auch auf Deutsch anbieten wollt?
Ludvera: Auf jeden Fall.
Wir wollten ihn nicht nur “auch” auf Deutsch anbieten, sondern
haben uns bewusst dazu entschieden lediglich Englische Untertitel
in eine Version zu packen. Wir sind alle keine Muttersprachler. Da
eine englische Version mit herbem deutschem Dialekt zu erstellen
erschien uns einfach unklug. Außerdem wussten wir, dass wir die
ersten sind, die einen so langen Film komplett auf Deutsch
machen.
Dann möchte ich mich für
eure Zeit bedanken und wünsche euch noch viel Erfolg bei den
anderen Teilen.
Varath: Vielen Dank
ebenfalls auch worldofwar.de für das Interesse an unserem Projekt.
Es ist wirklich toll, dass sich eine der großen Communityseiten für
Veil of Corruption interessiert.
Alloron: Ich möchte auch
auf jeden Fall die Gelegenheit ergreifen, euch für das Interview zu
danken. Das Alles ist der Hammer und ich hätte nicht gedacht, dass
wir mit VoC I eine solche Resonanz hervorrufen würden.









