Manchmal, wenn man in seinen alten Artikeln stöbert, stolpert man über wirklich interessante Aussagen. Bei der Vorbereitung und Recherche für den heutigen Beitrag habe ich mir mal einige unserer älteren Inhalte zu Gemüte geführt. Ganz besonders ist mir dabei ein Artikel vom 1. August 2005 mit dem Namen „Quo Vadis WoW“ aufgefallen. Man darf nicht vergessen: damals war das Spiel gerade mal ein halbes Jahr in Europa auf dem Markt und doch hatten wir schon die Frage gestellt, wohin sich das Spiel denn wohl entwickeln würde.

Damals haben wir geschrieben:

„Spielen wir alle in einem oder auch zwei Jahren immer noch durch Azeroth ziehende Menschen, Orcs und Trolle? Oder werden wir der Quests müde, langweilen uns durch immer gleiches “Instanzen Farming”, dem Verprügeln anderer Mitspieler…? […]“.

Interessant ist, dass man diese Frage auch über drei Jahre später noch mit einem schlichten „ja“ beantworten kann.

Spannend waren auch die Reaktionen unserer Besucher auf den oben angeführen Artikel. Davon gab es nämlich reichlich und schon damals waren die ersten Stimmen zu hören, die vom „immer gleichen Quest, Instanz und Item-Gegrinde“ sprachen. „WoW brauche Innovationen“, schrieb der ein oder andere User.

Betrachtet man dieses Thema im März 2009 näher, so stellt man schnell fest, daß sich in den vergangenen Jahren nicht viel verändert hat und der Hersteller auch weiterhin auf Bewährtes setzt. Sicher, der Lich King bietet einiges Neues, man denke nur an die Fahrzeugsteuerung oder die Mechanik des „Zonens“. Auf PvP Seite gibt es Tausendwinter und den Strand der Uralten als neue Battlegrounds und es gibt weiterhin die aus Burning Crusade bekannten Arena-Matches. Alle PvE Fans durften sich gleich nach Erscheinen der zweiten Erweiterung über tonnenweise neue Quests freuen und sicherlich auch über eine abwechslungsreich gestaltete Spielumgebung. Man denke nur an die fantastischen Sturmgipfel.

Jedoch dreht sich im Endeffekt auch weiterhin alles um Items Items Items. Ein jeder ist hinter lila Beute her und findet sich jeden Mittwoch in Naxxramas wieder, um auch noch den letzten grünen Twink auf episches Niveau zu hieven.

Blizzard sagt selber, dass die überwältigende Mehrheit aller Spieler eben nicht durch Naxxramas rennt wie viele guten Gilden oder Raids. Vielmehr würde sich das Spielgeschehen eher in heroischen Instanzen abspielen und sehr viele Spieler würden damit beschäftigt sein, ihre Berufsskills auf das Maximum zu hieven. Und außerdem gäbe es ja noch genug zu tun um seine Twinks auf 80 zu spielen. Nicht zu vergessen die gewaltige Anzahl an Erfolgen („Achievements“), die zu erfüllen wahrlich eine Herkulesaufgabe ist.

Angesprochen auf den wirklich überschaubaren Schwierigkeitsgrad der zweiten Erweiterung spricht Blizzard Entertainment von Naxxramas als Einsteiger-Raidinstanz. Wer es härter wolle, der möge doch bitte schön erst einmal Sartharion mit drei blauen Adds legen.

Wann kam Lich King auf den Markt? Richtig, das war am 13. November 2008 und seitdem sind über vier Monate vergangen. Es gab seither keinen Content Patch, geschweige denn irgendwelchen neuen Inhalt. Sicherlich, Ulduar kommt, ein jeder weiß das, und ein jeder wartet gespannt darauf. Wird Ulduar uns WoW Spielern aber längerfristig reichen? Wie geht es danach eigentlich weiter?

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